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LEADER

Was ist LEADER?

LEADER ist ein methodischer Bottom-up-Ansatz für die Regionalentwicklung: Er ermöglicht den Menschen in ländlichen Räumen, ihre Region gemeinsam weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz wird in den EU-Mitgliedstaaten seit den 1990er Jahren angewendet. In der EU-Förderperiode von 2023 bis 2027 gibt es in Deutschland 372 LEADER-Regionen, europaweit knapp 2.700.

Was bedeutet die Abkürzung LEADER?

LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale“ – das bedeutet „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums“. LEADER ist damit mehr als ein Förderprogramm: Es ist ein Ansatz, der es lokalen Akteuren und Akteurinnen ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten. So kann das Potenzial einer Region viel besser genutzt werden und erheblich zur Entwicklung beitragen.

Wie wird LEADER finanziert?

Finanziert wird LEADER durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), ergänzt durch Mittel von Bund, Ländern und Kommunen. Es handelt sich um öffentliche Gelder, die sinnvoll und transparent eingesetzt werden. Mit LEADER werden Projekte gefördert, die das Zusammenleben, die Wirtschaft, den Tourismus, den Umwelt- und Klimaschutz sowie die Daseinsvorsorge im Lahn-Dill-Bergland verbessern.

Warum gibt es LEADER?

Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) verfolgt das wesentliche Ziel, die Zukunft für die Menschen im ländlichen Raum attraktiv zu gestalten. Dies soll insbesondere durch den LEADER-Ansatz umgesetzt werden. LEADER soll das Miteinander stärken und ein gutes Leben auf dem Land sicherstellen – durch Projekte, die die Lebensqualität vor Ort erhalten oder verbessern.

Die Region entwickeln – mit Strategie

Eine LEADER-Region ist ländlich geprägt und umfasst ein klar begrenztes Gebiet. Zu Beginn einer EU-Förderperiode wird eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) für diese Region erarbeitet und die Bevölkerung dabei einbezogen. Sie definiert Handlungsfelder und Ziele der Region und dient als Grundlage für die Auswahl von Projekten. Mit dieser Strategie kann sich die Region in ihrem Bundesland für LEADER bewerben.

Die Region Lahn-Dill-Bergland ist bereits seit 2003 als LEADER-Region aktiv. Seitdem wurden zahlreiche erfolgreiche Projekte umgesetzt, die das Leben in unserer Region bereichern – von Dorfläden über Wanderwege bis hin zu innovativen Mobilitätskonzepten. Im November 2022 wurde die Region Lahn-Dill-Bergland erneut erfolgreich vom Land Hessen als LEADER-Region anerkannt. Die aktuelle Förderperiode läuft von 2023 bis 2027 und baut auf den Erfahrungen und Erfolgen der vergangenen Jahre auf.

Das Besondere an LEADER: Der Bottom-up-Ansatz

LEADER folgt dem Bottom-up-Ansatz. Das bedeutet, dass die Menschen vor Ort beteiligt werden, wenn die LES erarbeitet wird. Außerdem entscheiden sie mit, welche Projekte aus dem LEADER-Budget gefördert werden. Sie stoßen selbst Projekte an, die die Lebensqualität vor Ort erhalten, oder setzen sie um.

Im Gegensatz zu klassischen Förderprogrammen, bei denen „von oben“ entschieden wird, bestimmen bei LEADER die Menschen in der Region selbst, welche Projekte gefördert werden. Lokale Akteure und Akteurinnen sind aktiv an der Strategie beteiligt und wählen gemeinsam die Projekte aus, die am besten zu den Bedürfnissen der Region passen. Die europäischen Fördergelder tragen dazu bei, Neues in der Region zu ermöglichen – aus der Region, für die Region.

Die sieben Grundprinzipien von LEADER:

LEADER wird durch sieben wesentliche Merkmale geprägt, die den Ansatz einzigartig machen:

1. Bottom-up-Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien

Lokale Akteure und Akteurinnen sind aktiv an der Lokalen Entwicklungsstrategie und an der Auswahl der Prioritäten bzw. Projekte in ihrer Region beteiligt und eingebunden. Die Beteiligung umfasst die Bevölkerung im Allgemeinen, wirtschaftliche und soziale Interessengruppen sowie repräsentative öffentliche und private Institutionen.

2. Lokale öffentlich-private Partnerschaften

Lokale Aktionsgruppen (LAGs) bestimmen den LEADER-Prozess in der Region. Sie sind damit Motor der regionalen Entwicklung und werden von einem Regionalmanagement begleitet.

3. Integrierte und multisektorale Aktionen

Verschiedene beteiligte wirtschaftliche, soziale, kulturelle und umweltrelevante Akteursgruppen und Sektoren sind miteinander verknüpft und agieren gemeinsam. So entstehen ganzheitliche Lösungen, die über einzelne Fachbereiche hinausgehen.

4. Innovation

Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, in ihren Projekten neue Wege zu gehen und auszuprobieren. Innovative Ansätze und Pilotprojekte sind ausdrücklich erwünscht – auch wenn sie noch nicht erprobt sind.

5. Kooperation

Die LEADER-Regionen haben die Möglichkeit, mit anderen europäischen LEADER-Regionen oder mit LEADER-ähnlichen Regionen ein gemeinsames transnationales und/oder gebietsübergreifendes Kooperationsprojekt umzusetzen. Dies ermöglicht den Blick über den Tellerrand und voneinander zu lernen.

6. Vernetzung

Es findet nationaler und europäischer Erfahrungs- und Wissenstransfer statt. Unterstützt werden die Stakeholder dabei durch nationale und europäische Vernetzungsstellen. Erfolgreiche Projekte können so auch anderen Regionen als Vorbild dienen.

7. Territoriale lokale Entwicklungsstrategien

Sie beziehen sich auf räumlich genau abgegrenzte ländliche Gebiete und konzentrieren sich auf regionale Besonderheiten. Jede LEADER-Region entwickelt eine maßgeschneiderte Strategie, die zu ihren spezifischen Stärken und Herausforderungen passt.