LEADER –
Lokale Aktionsgruppe
Eine besondere Rolle bei LEADER spielt die Lokale Aktionsgruppe, kurz LAG. Sie ist das Herzstück der LEADER-Region und Motor der regionalen Entwicklung. Die LAG bestimmt den LEADER-Prozess in der Region und entscheidet stellvertretend für die Bevölkerung vor Ort, welche Projekte gefördert werden.
Dabei gilt das Bottom-up-Prinzip: Die Menschen vor Ort wissen am besten, was ihre Region braucht. Deshalb entwickeln lokale Akteurinnen und Akteure gemeinsam Strategien und wählen nach transparenten Kriterien (verlinken) Projekte aus, die unsere Region voranbringen. Orientierung bietet dabei die LES mit klar definierten Zielen für die Region.
Zusammensetzung der LAG Lahn-Dill-Bergland
Die LAG Region Lahn-Dill-Bergland e.V. ist eine öffentlich-private Partnerschaft, die sich paritätisch aus verschiedenen Bereichen zusammensetzt. Der Verein besteht aus:
- 18 Mitgliedskommunen: Bischoffen, Dietzhölztal, Dillenburg, Ehringshausen, Eschenburg, Haiger, Herborn, Hohenahr, Mittenaar, Siegbach, Sinn sowie Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Dautphetal, Gladenbach und Steffenberg
- Zwei Landkreise: Lahn-Dill-Kreis und Landkreis Marburg-Biedenkopf
- Zahlreichen Wirtschafts- und Sozialpartner*innen aus Wirtschaft, Tourismus, Naturschutz, Kultur, Soziales, Land- und Forstwirtschaft und mehr
Diese Mischung gewährleistet, dass verschiedene Perspektiven und Interessen in der Region vertreten sind und gemeinsam an der Entwicklung der Region gearbeitet wird.
Die Organe der LAG
Die LAG Lahn-Dill-Bergland ist ein eingetragener Verein und verfügt über drei zentrale Organe:
1. Der Vorstand
Der Vorstand leitet den Verein Region Lahn-Dill-Bergland e.V. und arbeitet eng mit dem Entscheidungsgremium und dem Regionalmanagement zusammen. Somit übernimmt er die die strategische Steuerung. Er vertritt den Verein nach außen und stellt die ordnungsgemäße Geschäftsführung sicher. Der Vorstand bereitet die Mitgliederversammlungen vor und setzt deren Beschlüsse um.
2. Das Entscheidungsgremium
Das Entscheidungsgremium ist das zentrale Organ für die Projektauswahl innerhalb der LAG und stellt damit die Entscheidungsebene dar. Es ist paritätisch besetzt nach Geschlecht, Landkreis und Handlungsfeldern. Außerdem wird eine Position an eine Jungvertretung (max. 40 Jahre) vergeben. Eine wichtige Regel bei der Abstimmung für die Projekte: Mindestens 51% der Stimmen liegen bei Wirtschafts- und Sozialpartnern, maximal 49% bei öffentlichen Partnern. So ist sichergestellt, dass zivilgesellschaftliche Interessen angemessen vertreten sind und der Bottom-up-Ansatz gelebt wird.
Das Entscheidungsgremium tagt regelmäßig – mindestens quartalsweise – zu festgelegten Auswahlterminen. Hier werden die eingereichten Projektanträge beraten, bewertet und es wird über die Förderwürdigkeit entschieden. Bei Bedarf können Beschlüsse auch im schriftlichen Verfahren erfolgen, sollten Förderfristen gefährdet sein. Außerdem hat das Gremium die Aufgabe die LES zu begleiten und weiterzuentwickeln.
3. Die Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist die Basis des Vereins. Sie trifft grundlegende Entscheidungen zur strategischen Ausrichtung, wählt den Vorstand und das Entscheidungsgremium und beschließt über Satzungsänderungen. Alle Mitglieder aus Kommunen, Landkreise und Wirtschafts- und Sozialpartner etc. sind hier stimmberechtigt vertreten.
4. Das Regionalmanagement
Das Regionalmanagement übernimmt die operative Umsetzung und trägt damit die Hauptverantwortung für die Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie. Darüber hinaus begleitet es die Projektträger sowie Projektträgerinnen beratend und unterstützend bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte. Zudem verantwortet es die Öffentlichkeitsarbeit sowie das Monitoring und die Evaluierung der Strategieumsetzung.
Transparenz und Unabhängigkeit
Transparenz ist ein zentraler Grundsatz der LAG-Arbeit. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, sind die Mitglieder des Gremiums, die an zu beratenden Projekten persönlich beteiligt sind, von den diesbezüglichen Beratungen und Entscheidungen ausgeschlossen. Dies gilt auch für Vertreter von Kommunen, in denen Projekte verortet sind. So wird sichergestellt, dass Entscheidungen objektiv und im Interesse der Gesamtregion getroffen werden.
Die Termine der Auswahlsitzungen sowie die befürworteten Projekte werden auf der Website der Region (verlinken) veröffentlicht. Projektträger haben grundsätzlich die Möglichkeit, ihr Projekt persönlich im Entscheidungsgremium vorzustellen, um den Austausch und die Netzwerkbildung zu fördern.
Wer kann Mitglied werden?
Der Verein Region Lahn-Dill-Bergland e.V. steht grundsätzlich allen Interessierten offen, die sich für die Entwicklung der Region engagieren möchten. Interessierte Organisationen, Vereine, Unternehmen oder Institutionen aus der Region können einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen. Die Mitgliederversammlung entscheidet über die Aufnahme neuer Mitglieder.
Durch diese breite Aufstellung und die aktive Einbindung verschiedenster Akteure und Akteurinnen wird sichergestellt, dass die LAG die Vielfalt und die Bedürfnisse der gesamten Region Lahn-Dill-Bergland abbildet und LEADER wirklich von unten nach oben – Bottom-up – gelebt wird.

