Naturpark Lahn-Dill-Bergland

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LEADER –
Lokale Entwicklungsstrategie

Was ist die Lokale Entwicklungsstrategie?

Die Lokale Entwicklungsstrategie (kurz LES) ist der Fahrplan für die Entwicklung unserer Region. Sie basiert auf den Ideen und Bedürfnissen der Menschen vor Ort und wurde mit breiter Bürgerbeteiligung erarbeitet. Ziel ist es, Traditionen zu bewahren, Innovationen zu fördern und die Lebensqualität für alle Generationen zu sichern.

Zu Beginn einer Förderperiode entwickeln die LEADER-Regionen eine Lokale Entwicklungsstrategie, in der sie Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken ihrer Region identifizieren und daraus Ziele sowie Handlungsfelder ableiten. Die Entwicklung der Region basiert auf einer mit Bewohnern und Bewohnerinnen sowie Akteursgruppen gemeinsam entwickelten Strategie, die in ihren Stärken und Schwächen analysiert wird und den jeweiligen Handlungsbedarf für eine Weiterentwicklung der Region feststellt.

Auf Basis der LES entscheiden die Bundesländer, ob die Region als LEADER-Region anerkannt wird. An der Strategie orientiert sich in den nächsten Jahren die Entwicklung der Region und die Auswahl von Projekten, die gefördert werden. Grundsätzlich entscheiden die Menschen vor Ort, welche Themen und Handlungsfelder für die Region wichtig sind und formulieren sie in der Lokalen Entwicklungsstrategie. Von europäischer Ebene ist nicht vorgesehen, die Themen für LEADER einzugrenzen – Themen wie Klimawandel und Umweltschutz bekommen in der derzeitigen Förderperiode 2023-2027 jedoch eine größere Bedeutung als bisher.

Die LES 2023-2027 der Region Lahn-Dill-Bergland

Um auch zukünftig Fördergelder für die Entwicklung des ländlichen Raums nutzen zu können, wurde die LES 2023-2027 erstellt. Mit dieser hat sich die Region Lahn-Dill-Bergland im Jahr 2022 erneut als LEADER-Region beworben und wurde im November 2022 erfolgreich vom Land Hessen als LEADER-Region anerkannt.

Die Region Lahn-Dill-Bergland kann von 2023 bis 2027 über ein Förderbudget von ca. 5,2 Millionen Euro verfügen. Jetzt gilt es, die Strategien und Ziele für die aktuelle Förderperiode gemeinsam mit der Bevölkerung unserer Region umzusetzen. Die in der Lokalen Entwicklungsstrategie 2023-2027 formulierten Ziele und Strategien bilden den Rahmen für die Förderung von Projekten in der Region in den kommenden Jahren.

Ein partizipativer Erarbeitungsprozess

Unsere LES wurde 2022 in einem umfassenden partizipativen Prozess erarbeitet. Über mehrere Monate hinweg – von November 2021 bis Mai 2022 – konnten sich Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und Kommunen aktiv einbringen.

Der Beteiligungsprozess umfasste:

  • Eine Auftaktveranstaltung im November 2021 in Bad Endbach mit 44 Teilnehmenden
  • Drei digitale Fachforen zu den Handlungsfeldern Tourismus und Naherholung (29 Teilnehmende), Wirtschaftliche Entwicklung und Bioökonomie (23 Teilnehmende) sowie Daseinsvorsorge (22 Teilnehmende)
  • Eine Videokonferenz mit Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen der LEADER-Region
  • Eine interaktive Online-Plattform, auf der ab Dezember 2021 Projektideen formuliert und kommentiert werden konnten
  • Einen moderierten Workshop mit den Vorstandsmitgliedern zur Anpassung der Gremienstrukturen
  • Eine Abschlussveranstaltung im Mai 2022 mit 35 Teilnehmenden

Begleitet wurde der gesamte Prozess von einer eigens gegründeten Strategiegruppe, die sich paritätisch aus fünf Frauen und fünf Männern zusammensetzte. Acht der zehn Mitglieder waren Wirtschafts- und Sozialpartner, die Expertenwissen aus verschiedenen für die Region relevanten Themenbereichen mitbrachten. Der Mitwirkungsprozess war transparent und diskriminierungsfrei gestaltet und wurde sowohl in Print- als auch in Digitalmedien bekannt gemacht.

Unser Leitbild: Vision für das Jahr 2030

Unsere Region liegt landschaftlich reizvoll inmitten einer einzigartigen Mittelgebirgslandschaft. Durch das Nebeneinander von leistungsstarken Wirtschaftsunternehmen, dem Freizeit- und Erholungswert des Naturparks und dem hohen Stellenwert von Naturschutz, Klimaschutz und Gemeinwohlorientierung wird hier gut gelebt und gearbeitet. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDG) leiten das Handeln der Region auf allen Ebenen.

Es ist uns gelungen, unsere Standortkompetenzen zu erhalten und zukunftsweisend auszubauen. Durch die Kombination aus guter Ausbildung, attraktiven Arbeitsplätzen und hoher Lebensqualität halten wir auch junge Fach- und Arbeitskräfte in der Region. Bürgerschaftliches Engagement ist ein wertvoller Bestandteil unserer vielfältigen Gesellschaft und unterstützt das Miteinander der Generationen an zahlreichen Treffpunkten.

Die gute Kombination aus Erwerbsmöglichkeiten, Wohnqualität, Natur und hohem Freizeitwert tragen zur Stärkung der Identität in unserer Region bei. Dies ist vor allem möglich durch die Zusammenarbeit der Akteursgruppen auf Augenhöhe. So können wir den Auswirkungen des demografischen Wandels auf Gesellschaft und Infrastruktur entgegenwirken und uns insgesamt in entscheidenden Bereichen zukunftsorientiert positionieren.

Wie wird die LES umgesetzt?

Die LAG ist für die Umsetzung der Lokalen Entwicklungsstrategie verantwortlich. Sie fördert mit LEADER-Mitteln Projekte, die dazu beitragen, die Ziele der LES zu erreichen. Voraussetzung ist zudem, dass die Projekte innerhalb der geografischen Grenzen der LEADER-Region liegen.

Ein Entscheidungsgremium der LAG prüft, ob ein Projekt mit der LES vereinbar und damit förderwürdig ist. Dabei kommt ein handlungsfeldspezifischer Bewertungsbogen mit einem Kriterienkatalog zum Einsatz, der folgende Aspekte bewertet: Beitrag zu den Handlungsfeldzielen, Innovation, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, regionale Partnerschaften, bürgerschaftliches Engagement, Digitalisierung und Inklusion.

Anschließend überprüft eine Bewilligungsstelle in der Landesverwaltung (beim Lahn-Dill-Kreis oder beim Landkreis Marburg-Biedenkopf), ob das Projekt förderfähig ist. Grundlage dafür ist die Förderrichtlinie des Landes Hessen. Das Regionalmanagement steht den Projektträgern über den gesamten Prozess bei Fragen zur Verfügung – von der Beratung über die Antragstellung bis zur Umsetzung.

Die vier Handlungsfelder der LES 2023-2027

Die Handlungsfelder werden vom Land Hessen vorgegeben und sind für alle ländlichen Regionen Hessens gleich. Sie werden aber durch die Formulierung von Zielen und Teilzielen an die Bedürfnisse der jeweiligen Region angepasst. Dabei stehen die folgenden vier Handlungsfelder im Vordergrund:

1. Gleichwertige Lebensverhältnisse für ALLE – Daseinsvorsorge

2. Wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen

3. Erholungsräume für Naherholung und ländlichen Tourismus

4. Bioökonomie – Anpassungsstrategien zu nachhaltigem Konsumverhalten

Die Entwicklungsstrategie ergibt sich aus einer durchgeführten Stärken- und Schwächen-Analyse der Region und erfasst so deren Bedürfnisse. Gleichzeitig orientiert sich die Entwicklungsstrategie der Region aber auch an übergeordneten Vorgaben und dem GAP-Strategieplan (Gemeinsame Agrarpolitik) der Bundesregierung. Die Umsetzung der Entwicklungsstrategie erfolgt über Projekte, die sich einem oder mehreren Zielen eines oder gegebenenfalls mehrerer Handlungsfelder zuordnen lassen.

Mehr zu den Handlungsfeldern und Zielen

Einordnung in übergeordnete Strategien

Die Entwicklungsstrategie der Region Lahn-Dill-Bergland leistet einen Beitrag zu 16 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG). Zudem wurden die fünf thematischen Strategien des Landes Hessen berücksichtigt: die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen 2020, der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025, die Hessische Ernährungsstrategie 2020, die Hessische Landtourismusstrategie und die Hessische Biodiversitätsstrategie 2016.

In der vollständigen LES finden Sie detaillierte Informationen zur sozio-ökonomischen Analyse der Region, zur SWOT-Analyse, zu allen Entwicklungszielen und Teilzielen mit konkreten Indikatoren, zu Startprojekten und Leuchtturmprojekten sowie zum Finanzplan und zur Arbeitsweise der LAG.